ACHTUNG BAUSTELLE!

 

Dieser Sommer scheint der Sommer der Baustellen zu sein. Zumindest bei mir hier im sonst so idyllischen Berchtesgaden ist das so. Denn dieses Jahr hat es mich ordentlich erwischt. Da gibt es seit vielen Wochen eine Baustelle direkt neben meiner Haustür. Und eine weitere Großbaustelle lärmt nur zwei Häuser weiter, und das sogar schon seit Monaten. Von Montag bis Freitag Baulärm zwischen 7:30 Uhr und 17 Uhr – Klopfen, Hämmern, Bohren, Baustellenfahrzeuge, zwei große Kräne.

Für mich als Freiberufler, der die meiste Zeit zuhause arbeitet, ist der Lärmstress eine große Belastung. Ich bin genervt und ich bin frustriert. So sehr, dass ich neulich sogar meinen netten Nachbarn angefaucht habe, weil dieser zur Unzeit ein Gespräch mit mir anfangen wollte – als ich nämlich die sehr kurze lärmfreie Mittagspause für ein Nickerchen dem Balkon nutzen wollte. Und dabei bin ich doch hierhergezogen, um die Schönheit der Natur zu genießen – in idyllischer Umgebung arbeiten und leben, das war mein Plan – doch es hilft nichts, so sehr ich auch innerlich fluche und schimpfe. Die Baustelle ist allgegenwärtig. Nachts träume ich vom Dröhnen der Bohrer. Was nutzen die schönsten Pläne, wenn es Baustellen gibt?

Baustelle
Foto:pixabay

Doch dann habe ich nochmal in meinem eigenen Blog gestöbert. Und bin dabei auf die hermetischen Gesetze, genauer gesagt, auf das Gesetz der Resonanz gestoßen. Wie innen, so außen. Die Außenwelt ist immer nur eine Projektion unserer Innenwelt. Das habe ich sogar selbst geschrieben, touché!

Persönliche Baustellen

Sollten diese nervigen Baustellen vielleicht tatsächlich noch eine weitere, eine versteckte Bedeutung haben? Demnach müsste ich also auch gerade ganz viele unerledigte „Baustellen“ in meinem Leben haben. Hmmm. Dieser Gedanke hat mich beschäftigt. Und so habe ich das schöne Wetter genutzt, Kaffee in meine Thermosflasche gefüllt und bin zu meiner Lieblingsbank auf den Oberkälberstein gelaufen, von wo man einen wunderschönen Blick auf das gesamte Berchtesgadener Bergpanorama hat. Und tatsächlich, dort in der Stille, sind mir dann auf einmal ganz viele persönliche „Baustellen“ eingefallen.

Zum Beispiel ein wichtiges berufliches Projekt, welches gerade nicht vorangeht, was ich natürlich auf den Baulärm geschoben habe. Argument: „Ich kann gerade nicht arbeiten!“ Aber stimmt das wirklich? Ich könnte doch auch woanders arbeiten. Zum Beispiel hier, in der Natur, in einem netten Café oder sogar bei einer Freundin. Oder habe ich den Baulärm als Ausrede benutzt, weil ich gar nicht daran arbeiten wollte? Puh, ganz schön unbequem, diese Fragen. Und weil ich schon mal dabei war, sind mir dann gleich noch ein paar weitere, sehr persönliche „Baustellen“ eingefallen, von deren Klärung mich der Lärm da „draußen“ gerade wunderbar abgelenkt hatte. Es ist ja auch viel leichter, zu schimpfen….. eigentlich sehr praktisch, denn für die Baustellen vor meinem Haus kann ich schließlich nichts, oder?

Und so fange ich jetzt erstmal an, meine eigenen „Baustellen“ zu bearbeiten. Das geht schließlich überall. Und ich bin mir sicher, dass der Lärm vor meinem Haus irgendwann gar nicht mehr zu hören sein wird. Oder vielleicht stört er mich auch weniger. Auf jeden Fall wird es bestimmt sehr schön hier sein, wenn die Baustellen endlich „fertig“ sind.

Watzmann

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderbaren Sommer, ob mit oder ohne „Baustellen“.

Herzlichst, eure Sabine

 

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