Loslassen – wie es gelingt

Etwas loslassen – wie oft im Leben hören wir, wie wichtig das sei. Mir zumindest ist das immer wieder passiert. Doch es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich verstanden habe, was damit wirklich gemeint ist. Auch heute noch kommt es vor, dass ich mich derart in eine Sache verstrickt habe, dass ich gar nicht sofort erkenne, dass es (wieder mal) ums Thema Loslassen geht. Dann hilft nur eins: Tief atmen, ein paar Schritte zurücktreten und nach dem wahren Grund für die unbehagliche Situation suchen. Nicht loslassen können macht immer Stress, denn es löst starke ambivalente Gefühle aus: Eigentlich sehe ich da am Horizont schon etwas Neues, etwas Leichteres kommen, oder zumindest spüre ich es – doch da ist auch etwas, das mich immer wieder davon abhält, diesem Gefühl zu folgen.

In der Tat – kaum etwas im Leben fällt uns Menschen so schwer wie der Prozess des Loslassens. Lieber ertragen wir jede Menge unangenehmer Gefühle, oft sogar jahrelang.

Doch was bedeutet Loslassen eigentlich wirklich – und wozu ist es gut? 

Eine Geschichte, die von Osho überliefert wurde, bringt es auf den Punkt:

Ein Mann unternahm eine Wanderung auf einen Berg. Doch er verirrte sich, und als die Dunkelheit hereinbrach, hatte er den Weg nach Hause noch immer nicht gefunden. Da bekam er große Angst, weil er nicht wusste, was er als Nächstes tun sollte. Irgendwann war es stockdunkel und der Mann geriet in Panik. Plötzlich stolperte er und stürzte in die Tiefe. Er rutschte und rutschte – doch in wirklich allerletzter Sekunde gelang es ihm, mit seinen Händen zwei Wurzeln zu packen. Da hing er nun strampelnd am Abgrund und versuchte, sich so gut es irgendwie ging, festzuhalten. Er begann zu schreien, doch niemand hörte ihn, und niemand kam ihm zu Hilfe. So vergingen die Stunden und seine Arme wurden immer schwerer, die Hände wurden immer klammer und der Mann bekam Todesangst, da er wusste, dass er sich nicht mehr lange halten konnte. Bald würde er loslassen müssen und in die Tiefe stürzen. In seiner tiefsten Verzweiflung begann er zu beten. Erst betete er zu seinem Gott, dann zu allen anderen Göttern, die er kannte. Doch nichts half. Irgendwann am frühen Morgen waren seine Hände nicht mehr imstande, sein Gewicht zu halten. Der Mann ließ los – und stürzte ab.

Doch welche Überraschung! Er stürzte nicht ins Bodenlose – nein, er fiel gerade einmal 20 cm tief. Denn in der Dunkelheit hatte er nicht gesehen, dass er sich die ganze Zeit über nur ganz knapp über dem Boden befunden hatte. Verwirrt rieb sich der Mann die schmerzenden Handgelenke. „Da habe ich nun alle Götter dieser Welt angefleht, weil ich mich in höchster Gefahr glaubte, und war doch die ganze Zeit in Sicherheit“, stellte er resigniert fest. „Ich hätte einfach nur loslassen müssen, und mir wäre diese Nacht voller Ängste erspart geblieben“. Und kopfschüttelnd machte er sich an einem sonnigen Morgen auf den Weg zu seinem Haus, welches zufälligerweise ganz in der Nähe war.

Die Angst vor dem Loslassen hatte dem Mann eine wirklich dramatische Nacht beschert. Dabei war er nie wirklich in Gefahr gewesen. Aus lauter Angst vor seinem vermeintlichen Ende war es ihm nicht möglich, einfach darauf zu vertrauen, dass ihm nichts passieren würde.

Etwas loslassen zu müssen, das ist immer mit einer tiefen Angst verbunden. Es ist die Angst, etwas „todsicher“ zu verlieren – einen Menschen vielleicht, einen Arbeitsplatz, gesellschaftlichen Status, finanzielle Sicherheit und Wohlstand, ein Gefühl von Heimat, am Ende sogar das eigene Leben. Auch wenn die Vorstellung des Verlustes sehr schmerzhaft sein mag – nichts davon können wir wirklich dauerhaft festhalten. Spätestens am Ende unseres Lebens müssen wir ohnehin radikal alles loslassen – letztendlich sogar das Leben selbst.

Ängste erscheinen immer größer als sie wirklich sind

Dabei sind all unsere Ängste, so real sie sich auch in diesem Moment anfühlen mögen und so sehr sie uns auch belasten, in Wirklichkeit so etwas wie Spielzeugtiger. Solange wir sie als Schatten betrachten, den das Licht an die Wand wirft, erscheinen sie riesengroß und gefährlich. Erst aus nächster Nähe erkennen wir, dass wir uns getäuscht haben und sie uns nicht wirklich etwas anhaben können.

Betrachte die Welt einmal aus einer anderen Perspektive! In Wahrheit ist es gar nicht möglich, etwas außerhalb von dir selbst wirklich zu verlieren. Das, was wir zu verlieren fürchten, sind immer irgendwelche äußeren Dinge, die wir zu brauchen glauben. Doch es gibt auch etwas Unveränderliches, etwas, das uns ausmacht und das immer bei uns bleibt, ganz egal, was im Außen passiert: Das ist unsere Essenz, unser wahres Wesen oder auch unser Selbst. Wer regelmäßig meditiert, erlebt irgendwann, dass unsere Gedanken nicht mit uns identisch sind, sondern dass es da eine Instanz in uns gibt, die im Hier und Jetzt existiert und sich von den Ängsten der Vergangenheit und den Sorgen der Zukunft nicht beeinflussen lässt. Hier, in der Tiefe unseres Selbst, ist immer Frieden.

Wenn wir nicht loslassen können, liegt es also daran, dass wir mit alten Ängsten konfrontiert werden. Es ist ungemein hilfreich, sich diese Tatsache in einem ersten Schritt einfach nur bewusst zu machen. Die Gefühle sind da, sie dürfen sein, aber wenn sie keine Energie bekommen, werden sie zu dem, was sie sind: Spielzeugtiger.

Leben ist oft anders als unsere Vorstellung davon

In einem zweiten Schritt geht es darum, einmal ganz genau zu beleuchten, welches Bild wir eigentlich von unserem Leben haben. Was wir loslassen dürfen, ist die Vorstellung, dass unser Leben genau so und nicht anders zu sein hat. Oft haben wir ja ein ganz konkretes Bild – von einer Partnerschaft, der Familie, dem beruflichen Werdegang, der Wohnsituation oder dem eigenen Lebensweg generell.

Natürlich ist es hilfreich, sich Lebensziele zu setzen und diese mit Bildern zu visualisieren – solange wir sie nicht festhalten und kontrollieren wollen. Das Leben kennt viele Wege, und es folgt einem ganz eigenen Drehbuch, welches sich unserer Kontrolle entzieht. Vieles wird leichter, wenn es gelingt, feste Vorstellungen aufzugeben und sich treiben zu lassen, im tiefen Vertrauen darauf, dass das Leben es letztendlich immer gut mit uns meint. Erst dann können wir wirklich unser Leben gestalten – durch Loslassen, nicht durch Kontrolle!

Wer loslässt, hat wieder eine Hand frei – und kann etwas Neues dafür nehmen

Eine ganz häufige Angst ist Verlustangst, zum Beispiel die Angst davor, einen Menschen zu verlieren. Doch können wir einen Menschen, mit dem wir zutiefst verbunden sind, wirklich verlieren? Auch wenn wir ihn nicht (mehr) sehen können, ist er doch trotzdem immer da. Was wir immer wieder loslassen müssen, ist die Idee, dass ein Mensch eine bestimmte Rolle in unserem Leben einnehmen müsste. Eine Rolle, die wir (oder vielmehr unser ängstliches Ego) ihm zugewiesen haben. Vielleicht, weil wir meinen, ihn zu brauchen und weil wir uns von ihm abhängig fühlen. Dann basiert unsere Beziehung jedoch nicht auf Liebe, sondern auf einem Gefühl von Mangel. Loslassen bedeutet jedoch auch, dem anderen sein „Los zu lassen.“

Wahre Liebe ist bedingungslos

Wahre Liebe hält nichts, sie will nichts und fordert nichts – daher ist sie auch jederzeit in der Lage, loszulassen. Nur wer gelernt hat, sich selbst bedingungslos zu lieben und sich selbst zu genügen, ist dazu fähig. Manchmal müssen wir auch loslassen, weil ein Mensch gestorben ist. Dann ist es wichtig, zu trauern und diese Gefühle auch zuzulassen. Denn Trauern ist ein lebensnotwendiger Prozess. Das befreiende Gefühl des Loslassens kann sich erst einstellen, wenn die Trauer angenommen und durchlebt wurde.

Und was ist mit der Existenzangst? Auch diese ist in der Tat nur ein Spielzeugtiger. Es ist nämlich gar nicht möglich, die eigene Existenz zu verlieren – es sei denn, wir definieren „Existenz“ als einen gewissen Status quo, an dem wir unbedingt festhalten wollen. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden: ist mir die vermeintliche Sicherheit so wichtig, dass ich lieber im ungeliebten Job oder in einer unbefriedigenden Beziehung gefangen bleibe?

Sturzhöhe 20 cm

Diese Ambivalenz mit all ihren Ängsten gilt es für eine Weile auszuhalten – bloß um irgendwann festzustellen, dass die Sturzhöhe gerade einmal 20 cm betrug.

Loslassen kann man erlernen. Das Gute daran: Es geht von Mal zu Mal leichter.  Wer wirklich – mit Dankbarkeit und ohne Groll – loslässt, macht immer wieder die Erfahrung, dass nun endlich etwas Neues ins Leben kommen kann. Und dieses Neue kommt garantiert – ein Geschenk des Lebens an dich. Verlass‘ dich drauf.

 

 

 

Leben statt leiden – die Befreiung des Sisyphos

Es ist wirklich seltsam – ich kenne niemanden, der von sich aus behaupten würde, gerne zu leiden. Ich gehöre natürlich auch nicht dazu. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn wenn man einmal genauer hinschaut, sind wir Menschen hervorragende Leidenskünstler. Oft unser ganzes Leben lang.

Sisyphos, um 1400 v. Chr. König von Korinth, ist zu einem Symbol geworden für das Absurde, das Unsinnige, das im Leiden steckt. Als Strafe dafür, dass er die Götter immer wieder ausgetrickst hat, muss er fortan bis in alle Ewigkeit einen Felsblock einen Berg hinaufwälzen, der, fast am Gipfel, jedes Mal wieder ins Tal hinabrollt.

Sisyphos
Sisyphos nach Tizian, Wikipedia, gemeinfreie Lizenz

Bis heute steht die „Sisyphusarbeit“ für eine unsinnige und mühsame Tätigkeit, die nicht endet und auch keinen Erfolg hervorbringt. Doch obwohl Sisyphos Leiden überhaupt keinen Sinn macht, hört er nicht auf damit. Die Götter haben es schließlich so gewollt. Pech gehabt.

Wer leidet, ist immer Opfer

Wer leidet, kann schließlich nichts dafür. Immer gibt es ein „Außen“ – eine Person, mehrere Personen, eine Institution, die Gesellschaft oder was auch immer –  die dafür verantwortlich ist, dass man leidet. Deshalb kann man nichts tun, nichts ändern.

Wirklich?

Leiden bedeutet immer auch, Opfer zu sein. Und Opfer zu sein, ist bequem. Ein Opfer braucht keine Verantwortung zu übernehmen. Dafür gibt es ja den Täter.

Auch wenn wir es ungern zugeben – wir Menschen sind geradezu fasziniert von der Sinnlosigkeit des Leidens und unserer Opferrolle. Dabei ist uns oft noch nicht einmal bewusst, wie sehr diese Haltung uns prägt, oft unser ganzes Leben lang.

Nun hat das Thema „Leid“ in unserer abendländisch-christlichen Kultur eine lange Tradition. Momentan haben wir wieder Fastenzeit, da ist das Thema besonders präsent. Nicht ohne Grund spricht man auch vom „Leidensweg Christi“, der letztendlich darin bestand, das eigene Leben für andere zu „opfern“. Leider fand die Erlösung erst nach dem Tod statt, ohne eigenes Zutun. Die Glorifizierung dieser passiven Opferhaltung ist tief in unserem Unterbewusstsein abgespeichert.

Vielleicht denken Sie jetzt, dass Sie das Thema nicht betrifft. Sie leiden ja nicht. Wenn das so sein sollte, dann herzlichen Glückwunsch! Vielleicht lohnt es sich dennoch, weiterzulesen. Denn meist kommt das Leiden so subtil daher, dass wir es lange gar nicht als solches erkennen können (und wollen!).

Nehmen wir zum Beispiel zwischenmenschliche Beziehungen: Ein ewiges Schlachtfeld des Leidens und der sinnlosen Täter-Opfer-Spiele.

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Es gibt Menschen, die leiden, weil sie immer wieder an einen Partner geraten, der sie in ihrem negativen Selbstwert bestätigt. Der das Fass ihrer Erwartungen nicht füllen kann, weil es ein riesiges Loch hat. Oder der sie herabwürdigt und kontrolliert und ihnen dadurch immer wieder bestätigt, dass sie nichts wert sind. Ganz egal, ob das ein langjähriger Partner ist oder ob diese häufiger wechseln: Wer sich nicht selbst daraus befreit, darf ein Leben lang Sisyphos‘ Stein rollen.

Andere leiden, weil sie erst überhaupt keinen Partner finden. Oder nur solche, die sich gar nicht wirklich einlassen wollen. Warum? Weil sie gar nicht wollen, dass sich jemand wirklich einlässt. Und wenn es doch einer täte, dann würden sie auch nicht glücklich werden, sondern in kürzester Zeit dafür sorgen, dass der alte Zustand – also das vertraute Leidensgefühl – wiederhergestellt würde.

Liebe Frauen, solltet ihr den Männern vorwerfen, dass diese sich nicht auf euch einlassen wollen oder keine Gefühle zeigen – seid euch bewusst, dass ihr es seid, die die größte Angst vor Nähe habt. Und liebe Männer, solltet ihr euren Frauen vorwerfen, euch „klein“ zu halten – leider seid ihr es selbst, die euch klein haltet. Euer Gegenüber ist nur euer eigener Spiegel, sonst nichts. Sogenannte „Seelenpartnerschaften“, auch „Dualseelen“ genannt, funktionieren übrigens genau nach diesem Muster – oft ein Leben lang. Man kommt trotz überwältigender Liebe für den anderen nie zusammen, weil jeder es vorzieht, in seinem Leiden gefangen zu bleiben und sein Steinchen tapfer weiterzurollen.

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Es gibt auch Menschen, deren Leben ein ständiger Kampf darstellt. Die immer wieder glauben, sich durchzusetzen, sich behaupten zu müssen, damit sie nicht untergehen. Demzufolge wird natürlich auch das gesamte Leben ein immerwährender Kampf sein, der viel Kraft und Energie kostet. Das Leiden beenden? Ein Leben ohne Kampf, dafür mit Liebe? Unvorstellbar. Vielleicht wäre man auf einmal glücklich – ein ganz unbekanntes Terrain. Dann lieber weiterkämpfen, notfalls gegen die Krankheiten, die auftauchen. Es war doch schon immer so.

Andere leiden, weil sie sich für andere verausgaben. Das Mutter-Theresa-Syndrom. Wer immer nur gibt, ohne den eigenen Selbstwert erkannt zu haben, brennt aus. Und bleibt ein Leben lang Opfer, denn die undankbare Welt gibt nie auch nur einen Bruchteil dessen zurück, was man für sie tut. Und so rollt Sisyphos‘ Stein ewig weiter…

Ein weiteres dankbares Leidensthema sind Geldprobleme. Geldsorgen wurzeln immer in einer tief sitzenden Selbstwertproblematik. Zugegeben, die ist nicht so leicht zu finden. Dazu braucht es neben völliger Selbstannahme vor allem Kraft und Ausdauer. Doch der Weg aus der Misere geht immer nach innen. Wer Geldprobleme hat oder gar langzeitarbeitslos ist, bekommt die eigene Opferrolle im Außen gnadenlos immer und immer wieder gespiegelt. Denn Täter gibt es viele. Den Banker, der kein Geld mehr auszahlt, die Schikanen im Jobcenter, die Inkassofirmen mit horrenden Forderungen etc…

Manche Menschen brauchen ihre Krankheiten, um zu leiden. Wie gut, dass unser Gesundheitssystem so viele Täter produziert, die Gesundheit nahezu unmöglich machen.

Andere wollen ihre Krankheit möglichst schnell wieder weg haben, damit sie endlich wieder funktionieren dürfen und weiterhin leiden können. Das Leiden einfach mal anhalten, um die Lebensvariante „Glück“ auszuprobieren? Scheint oft schwierig bis unmöglich zu sein.

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Warum leiden wir so lange, oft jahrzehnte- oder gar lebenslang? Die Antwort ist so einfach wie ernüchternd. Weil wir es nicht anders kennen und nie anders kennengelernt haben. Unsere destruktiven Leidensmuster entstehen in unserer frühen Kindheit. Bereits als kleine Kinder erfahren wir, dass wir so, wie wir sind, nicht vollständig sind und daher nicht bedingungslos angenommen werden. Die allermeisten Menschen haben Liebe zuallererst als Mangelthema erfahren: etwas, wofür man sich anstrengen muss, was man sich verdienen muss, wofür man nicht gut genug ist und was man eben nicht einfach so bekommt. Hier beginnt Sisyphos‘ Martyrium, hier wird ihm der Stein in die Hand gelegt: Von nun an darf er schuften bis zum Umfallen. Liebe bekommen, einfach so, ohne irgendein Zutun? Gibt es nicht.

Nicht jeder hatte deswegen eine grottenschlechte Kindheit. Aber Eltern sind alle auch nur Menschen und haben als Kind ebenfalls Mangelerfahrungen gemacht. Dazu kommen die Traumata zweier Weltkriege sowie kollektive Muster, die bereits seit vielen Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden unser Bewusstsein prägen.

Das betrifft Männer wie Frauen gleichermaßen. Dass das Thema „Selbstständigkeit“ vor allem für Frauen kein Selbstläufer ist, sondern mit vielen alten Mustern und Blockaden belastet ist, habe ich in den letzten sechs Jahren meiner freiberuflichen Tätigkeit immer wieder selbst erfahren und bearbeiten dürfen. Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende lang wurde den Frauen eingetrichtert, dass zur Selbstständigkeit immer ein Mann gehört. Damit sind das Leiden und die Opferrolle natürlich vorprogrammiert.

Doch auch die Männer sind Opfer. Sie wurden von den Frauen, die  aus ihrer eigenen Opferrolle nicht hinaus konnten oder -wollten, klein gehalten, manipuliert und kontrolliert – bis heute.

Die gute Nachricht: Das alles darf sich nun ändern. Und es ändert sich. Immer mehr Menschen spüren, dass sie die alten, destruktiven Leidensmuster nicht mehr länger leben können und möchten. Momentan sind es vor allem die Frauen, die es schaffen, sich zu befreien – doch die Männer beginnen bereits, ihnen zu folgen.

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Ich denke, es ist an der Zeit, Ostern einmal anders zu feiern. Wir müssen nicht auf den Tod warten, um endlich befreit, um wiedergeboren zu werden. Wir dürfen das jetzt schon tun. In diesem Moment, denn es gibt nur diesen einen Moment. Und wir müssen auch nicht bis an unser Lebensende Sisyphos‘ Stein den Berg hinaufrollen. Wir können ihn einfach unten liegenlassen und endlich einmal mit dem Leben anfangen. Unserem Leben. Dem wirklichen Leben. 

 

 

 

Persönliche Kraftorte – eine Einladung zum „Perspektive wechseln“

 

Vielleicht haben Sie auch irgendwo draußen in der Natur einen Lieblingsort – einen ganz persönlichen „Kraftplatz“, zu dem es Sie immer wieder zieht und an der für Sie eine ganz besondere Bedeutung hat. Meist sind das diejenigen Orte, nach denen man nicht gezielt gesucht hat – man findet sie entweder eher „zufällig“ – oder sie finden einen.

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Einer meiner persönlichen Lieblingsorte befindet sich oberhalb von Berchtesgaden, an einem Waldweg am Oberkälberstein zwischen Wildgehege und der Skisprungschanze. In einer ungewöhnlich geformten, moosbewachsenen Felsformation steht, geschützt in einer Nische, eine Marienfigur. Es ist eine sehr weibliche, sehr positive und friedliche Maria, und sie trägt eine Krone und ist von einem Strahlenkranz umgeben. Sie scheint mit sich und der Welt voll und ganz im reinen zu sein.

Das Ungewöhnliche an diesem Ort ist aber eine einzelne Kirchenbank, die – mit Blick auf die Maria – etwas verloren mitten im Wald steht. Diese Bank hat mich von Anfang an fasziniert. Warum steht sie da? Sie lädt nicht unbedingt zum Hinknien ein, schon gar nicht bei kühler und nasser Witterung.

Doch erst nachdem ich eine Weile auf der Bank dahinter gesessen und auf das merkwürdige Bild vor mir geschaut habe, ist mir etwas aufgefallen. Diese Kirchenbank da vor mir könnte ja auch etwas ganz anderes sein. Ein Bilderrahmen zum Beispiel. Oder ein Fenster. Auf jeden Fall forderte sie mich dazu auf, hindurchzusehen.

Das musste ich natürlich sofort ausprobieren. Was würde ich entdecken? Ich spähte hindurch – und sah zwei mit Moos bewachsenen Steine. Und dahinter die gleichen Blätter und Äste wie außerhalb des Rahmens. Nichts Besonderes also.

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Und dennoch. Etwas war spürbar anders. Also ob ich beim Hindurchschauen plötzlich in eine andere Realität hineingeschaut hätte. Als ob sich ein Schalter umgelegt hätte. Einfach so. Ich war mit einem Problem an diesen Ort gekommen, für das ich bisher keine Lösung gesehen habe. Plötzlich veränderte sich meine Wahrnehmung, und mir wurde klar, dass ich das „Problem“ auch ganz anders betrachten konnte. Nicht als Problem, sondern als Lösung. Als ein sinnvolles Geschenk, um wieder mal etwas über mich zu lernen.

Da im Wald, vor dieser Kirchenbank sitzend, wurde mir bewusst, dass wir jederzeit in der Lage sind, unsere Perspektive zu wechseln. Die Dinge anders zu betrachten. Die Ereignisse, die uns das Leben beschert, mögen gleichbleiben – schwierige, traurige, belastende Ereignisse. Aber unsere Sicht darauf, die können wir verändern. Jederzeit und ausnahmslos. Wir müssen nur dazu bereit sein, einmal „anders“ darauf zu schauen. Drama oder Zuversicht. Wir haben die Wahl.

Es gab Phasen in meinem Leben, da wanderte ich beinahe täglich den steilen Weg zum Oberkälberstein hoch. Und kam jedes Mal mit einem sehr leichten Gefühl wieder herunter. Manchmal musste ich beim Abstieg sogar laut lachen. Über mich selbst und über das Leben. Denn so ziemlich alles, was ich als „Problem“ mit hinaufgeschleppt habe, hatte sich bis zum Abend komplett in Luft aufgelöst.

Ich bin dankbar, dass es diesen Ort gibt, weil ich dort erfahren habe, wie leicht das Leben tatsächlich sein kann – wenn wir uns dazu entschließen, dass es leicht sein darf.

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Und die freundliche Maria bekommt natürlich jedes Mal ein herzliches „Danke“ von mir.

 

 

 

 

 

 

Der hawaiianische Weg zum Frieden – das Ho’oponopono

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Ho’oponopono – das klingt irgendwie exotisch und etwas kompliziert, doch was ist das eigentlich genau?

Jeder kennt diese Situation:  Wir sind nicht in Frieden mit uns, weil da negative Gefühle sind, die uns belasten: Etwa einem anderen Menschen gegenüber, der uns etwas angetan hat, oder in Anbetracht einer Situation, die wir nicht akzeptieren können, oder aber auch uns selbst gegenüber, weil wir uns etwas nicht verzeihen können. Oft verharren wir sehr lange in diesem Groll, der immer wieder an uns nagt und der uns große Teile unserer Lebensfreude raubt. Dabei gibt es einen einfachen Weg, aus diesem Unfrieden wieder in die Harmonie zu kommen: Das Ho’oponopono, das hawaiianische Vergebungssritual.

Aloha – das Licht der Liebe

In einem alten Lied vergleichen die Ureinwohner Hawaiis das Herz des Menschen mit einer Schale. In dieser Schale brennt ein wundervolles sanftes Licht: Aloha – die Flamme der Liebe. Mit und durch diese Liebe ist alles möglich, mit ihrer Hilfe kann man mit den Vögeln fliegen und mit den Haien schwimmen. Jedes Mal aber, wenn jemand zum Beispiel ärgerlich oder neidisch wird, ist es so, als würde er einen dunklen Stein in seine Schale legen. Dieser Stein verdrängt das Licht, und mit jedem Stein des Neids, der Gier und des Zorns wird es dunkler im Herzen. Wenn das Herz jedoch schwer, das Gemüt trübe wird und die Kräfte nachlassen, wird es unmöglich, mit den Vögeln zu fliegen und mit den Haien zu schwimmen. Dann muss man seine Schale herumdrehen und die Steine herausfallen lassen. Das Licht der Liebe, die Flamme von Aloha, brennt wieder – sanft und strahlend wie zuvor – und alles wird wieder möglich.*

Aloha

Das ist ein wunderbares Bild, denn es zeigt auch auf, wie diese vielen dunklen Steine nicht nur die Seele, sondern auch den Körper schwächen. Wer sich Vergangenes nicht vergibt und glaubt, Schuld zu haben, wird krank. Schließlich muss man für Fehler bestraft werden und leiden. Wer sich für eine Sache immer wieder selbst tadelt, programmiert sein Unterbewusstsein. Manche Menschen werden dann vielleicht zu viel  oder zu wenig essen, zu viel oder zu wenig schlafen, bis zur Erschöpfung arbeiten oder sich selbst verbiegen und es allen recht machen wollen. Unbewusstes Tadeln und Strafen kann sogar soweit führen, dass der Kontostand ständig im Minus ist – wer nichts wert ist, hat schließlich keine Belohnung verdient und „Schulden“ haben auch etwas mit „Schuld“ zu tun…

Selbstverantwortlich Konflikte zu lösen

Ho’oponopono ist aber auch ein einfaches, sehr mächtiges Werkzeug, um Konflikte zu lösen, die wir mit anderen Menschen haben. Zwar haben wir meist keinen Einfluss auf das Handeln anderer, aber wir können eigenverantwortlich entscheiden, wie wir darüber denken, fühlen und welche Konsequenzen wir daraus ziehen. In der ursprünglichen Bedeutung ist das Ho’oponopono eine Familienkonferenz – das Problem, welches ein einzelner hat, geht alle etwas an, denn da alle miteinander verbunden sind, kann die Familie (oder die Gruppe, die Firma etc.) immer nur so stark sein wie das schwächste Glied.

Im übertragenen Sinne bedeutet es aber auch: Wenn in meiner Umwelt ein Problem besteht, betrifft es auch mich! Wenn ich mich ändere, kann ich etwas ändern. Und da ich mich ändern kann, habe ich die Macht dazu, etwas zu verändern.

Die vier Schritte des Ho’oponopono

Alles, was es für ein Ho’oponopono braucht, ist Vertrauen in die Kraft der Liebe und der Vergebung – und diese vier Schritte:

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  • Es tut mir leid. (Ich stehe dazu und nehme das Gefühl an.)
  • Ich verzeihe dir (und mir).
  • Ich liebe dich (und mich).
  • Danke.

Diese vier Schritte, regelmäßig bewusst durchgeführt, können wahre Wunder bewirken, denn sie lösen alte, verfestigte Blockaden auf und bewirken dadurch eine Reinigung von Seele und Körper – damit alles wieder möglich wird.

Das Ho’oponopono-Ritual führen wir (Sabine Zimmermann und Jörg-Möller-Jöhnk) in regelmäßigen Abständen in Chieming durch.

 

*aus Dupreé, Ulrich Emil: Heile dich selbst, und heile die Welt, Schirner Verlag

 

ACHTUNG BAUSTELLE!

 

Dieser Sommer scheint der Sommer der Baustellen zu sein. Zumindest bei mir hier im sonst so idyllischen Berchtesgaden ist das so. Denn dieses Jahr hat es mich ordentlich erwischt. Da gibt es seit vielen Wochen eine Baustelle direkt neben meiner Haustür. Und eine weitere Großbaustelle lärmt nur zwei Häuser weiter, und das sogar schon seit Monaten. Von Montag bis Freitag Baulärm zwischen 7:30 Uhr und 17 Uhr – Klopfen, Hämmern, Bohren, Baustellenfahrzeuge, zwei große Kräne.

Für mich als Freiberufler, der die meiste Zeit zuhause arbeitet, ist der Lärmstress eine große Belastung. Ich bin genervt und ich bin frustriert. So sehr, dass ich neulich sogar meinen netten Nachbarn angefaucht habe, weil dieser zur Unzeit ein Gespräch mit mir anfangen wollte – als ich nämlich die sehr kurze lärmfreie Mittagspause für ein Nickerchen dem Balkon nutzen wollte. Und dabei bin ich doch hierhergezogen, um die Schönheit der Natur zu genießen – in idyllischer Umgebung arbeiten und leben, das war mein Plan – doch es hilft nichts, so sehr ich auch innerlich fluche und schimpfe. Die Baustelle ist allgegenwärtig. Nachts träume ich vom Dröhnen der Bohrer. Was nutzen die schönsten Pläne, wenn es Baustellen gibt?

Baustelle
Foto:pixabay

Doch dann habe ich nochmal in meinem eigenen Blog gestöbert. Und bin dabei auf die hermetischen Gesetze, genauer gesagt, auf das Gesetz der Resonanz gestoßen. Wie innen, so außen. Die Außenwelt ist immer nur eine Projektion unserer Innenwelt. Das habe ich sogar selbst geschrieben, touché!

Persönliche Baustellen

Sollten diese nervigen Baustellen vielleicht tatsächlich noch eine weitere, eine versteckte Bedeutung haben? Demnach müsste ich also auch gerade ganz viele unerledigte „Baustellen“ in meinem Leben haben. Hmmm. Dieser Gedanke hat mich beschäftigt. Und so habe ich das schöne Wetter genutzt, Kaffee in meine Thermosflasche gefüllt und bin zu meiner Lieblingsbank auf den Oberkälberstein gelaufen, von wo man einen wunderschönen Blick auf das gesamte Berchtesgadener Bergpanorama hat. Und tatsächlich, dort in der Stille, sind mir dann auf einmal ganz viele persönliche „Baustellen“ eingefallen.

Zum Beispiel ein wichtiges berufliches Projekt, welches gerade nicht vorangeht, was ich natürlich auf den Baulärm geschoben habe. Argument: „Ich kann gerade nicht arbeiten!“ Aber stimmt das wirklich? Ich könnte doch auch woanders arbeiten. Zum Beispiel hier, in der Natur, in einem netten Café oder sogar bei einer Freundin. Oder habe ich den Baulärm als Ausrede benutzt, weil ich gar nicht daran arbeiten wollte? Puh, ganz schön unbequem, diese Fragen. Und weil ich schon mal dabei war, sind mir dann gleich noch ein paar weitere, sehr persönliche „Baustellen“ eingefallen, von deren Klärung mich der Lärm da „draußen“ gerade wunderbar abgelenkt hatte. Es ist ja auch viel leichter, zu schimpfen….. eigentlich sehr praktisch, denn für die Baustellen vor meinem Haus kann ich schließlich nichts, oder?

Und so fange ich jetzt erstmal an, meine eigenen „Baustellen“ zu bearbeiten. Das geht schließlich überall. Und ich bin mir sicher, dass der Lärm vor meinem Haus irgendwann gar nicht mehr zu hören sein wird. Oder vielleicht stört er mich auch weniger. Auf jeden Fall wird es bestimmt sehr schön hier sein, wenn die Baustellen endlich „fertig“ sind.

Watzmann

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderbaren Sommer, ob mit oder ohne „Baustellen“.

Herzlichst, eure Sabine

 

Die hermetischen Gesetze: Das Prinzip des Wandels

III. Das Prinzip der Schwingung/des ewigen Wandels

Alles ist in Bewegung, alles ist in Schwingung. Nichts ist in Ruhe. Das heißt, alles bewegt sich – ob wir es wollen oder nicht. 

Unser ganzes Leben besteht aus Veränderungen. Von der Geburt bis zum Tod müssen wir uns damit auseinandersetzen, dass nichts so bleibt, wie es ist. Wenn es überhaupt eine Konstante in unserem Leben gibt, dann ist die Veränderung dieses Ewige. So wie das Meer, welches je nach Jahreszeit, Wind- und Wetterlage mal kleine, mal riesige, mal stürmische Wellen an den Strand unseres Lebens spült – und trotzdem immer das Meer bleibt.

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Wir hätten also gute Gründe, diese Veränderungen als Teil unseres Lebens einfach anzunehmen, da wie sie ohnehin nicht aus unserem Leben aussperren können. Doch häufig tun wir uns schwer damit. Und nicht nur das – viele unserer „Strategien“ sind geradezu darauf ausgerichtet, dafür zu sorgen, dass das Unerwartete, also die Veränderung, uns nicht überwältigt. Wer kennt nicht das Argument des vermeintlich „sicheren“ Jobs, die vermeintliche „Sicherheit“ durch einen Partner bzw. eine Ehe, die „Sicherheit“ einer eigenen Immobilie usw. Sehr viele Branchen leben gut von der Angst vor der Veränderung durch Armut, Krankheit und Tod –  die Versicherungsbranche, die Finanzbranche, die Pharmabranche ……in den USA vor allem auch die Waffenbranche.

Die Angst vor Veränderung war schon immer der Nährboden für Populismus, bis hin zu nationalistischen und rassistischen Ideen. Denn das dritte hermetische Prinzip ist gerade sehr aktuell. Die Herausforderungen einer globalen Welt zwingen uns gerade dazu, uns mit notwendigen Veränderungen auseinanderzusetzen. Aber auch gerade an dieser Stelle ist erkennbar, wie schwer sich viele Menschen damit tun. Anstatt die Veränderungen als Teil des Lebens anzunehmen und verantwortungsvolle Lösungen für globale Probleme – an deren Entstehung vor allem die westlichen Industrienationen beteiligt sind – zu suchen, setzen viele auf Abschottung, Protektionismus, Mauern und den Aufbau von Feindbildern. Die Stärke des Hasses und der Ablehnung ist dabei nur die Projektion der eigenen Ängste. Diese Ängste sind nicht neu, sie waren schon immer da – sie treten nur jetzt ganz besonders massiv hervor. Und nicht jeder möchte sich damit auseinandersetzen.

Doch sämtliche Vorstellungen, die die Existenz des dritten universellen Prinzips missachten und die auf die rücksichtslose Beibehaltung eines früheren Status quo setzen, den es nicht mehr gibt, werden  früher oder später scheitern. Es geht gar nicht anders. Das gilt im Übrigen auch für religiöse Ideen, ganz unabhängig von der Konfession.

Wer das dritte Prinzip verstanden hat, kann sich daher ganz entspannt zurücklehnen und dem ganzen Irrsinn, der da gerade in der Welt zu toben scheint, voller Vertrauen und mit einem Augenzwinkern zuschauen. Es wird so nicht funktionieren. Vielleicht geht es nur darum, das Bild einer Welt loszulassen, von der wir bisher angenommen haben, dass sie immer so sein soll.

Denn Veränderung bedeutet immer auch, etwas loszulassen. Am drastischsten erleben wir diese Veränderung mit dem Tod eines geliebten Menschen. Manchmal müssen wir einen Partner loslassen,  einen materiellen Besitz oder eine vermeintliche Sicherheit, eine Komfortzone, einen Glaubenssatz, eine alte Angst, einen Anspruch an uns selbst, die Idee eines Lebens, das nur so und nicht anders sein soll.

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Doch wer loslassen kann, hat auf einmal eine Hand frei  – und darf sich freuen, was er damit alles Neues in sein Leben holen kann.

 

 

Die hermetischen Gesetze: Das Prinzip der Resonanz

Das zweite hermetische Prinzip ist vermutlich das bekannteste, denn darüber wurde bereits sehr viel geschrieben. Da es jedoch für unser Leben so eine fundamentale Bedeutung hat und dennoch so häufig missverstanden wird, möchte ich es hier noch einmal ausführlich darstellen.

II. Das Prinzip der Analogie, der Entsprechung oder Resonanz – Wie oben, so unten. Wie innen, so außen. 

Das Prinzip der Resonanz greift den Grundgedanken des ersten Prinzips, dem Prinzip des Geistigen, auf und entwickelt diesen weiter: Gedanken sind Energie, sie erzeugen Schwingungen, eine Frequenz. Auf dieser Frequenz „kommunizieren“ wir unbewusst und ziehen damit Menschen und Ereignisse mit gleicher Schwingung in unser Leben. Somit bekommen wir im Leben immer das „präsentiert“, was sich gerade auf unserer Frequenz befindet. Man könnte auch sagen: Gleiches zieht Gleiches an.

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Ein ausgeglichener, zufriedener Chef, der seine Aufgabe liebt und seine Mitarbeiter schätzt, wird sich Zeit für diese nehmen, ihre Stärken und Fähigkeiten herausfinden und auftauchende Probleme gleich von Anfang an besprechen. In der Konsequenz wird auch er von seinen Mitarbeitern geschätzt werden. Es ist anzunehmen, dass sie motiviert sind und gerne für ihn arbeiten, auch wenn vielleicht einmal Mehrarbeit ansteht.

Dagegen wird ein Chef, der permanent unter Druck steht und gereizt, nervös und ungeduldig agiert, seine innere Einstellung früher oder später im eigenen Umfeld wiederfinden. Wer wenig Zeit und Interesse für die Mitarbeiter aufbringt, wird deren wesentliche Bedürfnisse und Wünsche, aber auch latent vorhandene Konflikte kaum bemerken. Als Folgen werden früher oder später Konflikte, höhere Fehlzeiten bis hin zu Fluktuation sowie eine schlechte Stimmung im Team auftreten.

Vor allem Partnerschaften sind hervorragende Beispiele dafür, wie gut das Gesetz der Resonanz funktioniert, denn unser Partner zeigt uns stets auch unsere eigenen unbewussten und häufig verdrängten Egoanteile auf. Da wir den eigenen „Schwingungsanteil“ in uns jedoch nicht sehen, projizieren wir diesen allzu gerne auf den Partner, wo er gut sichtbar ist und sich im Außen doch anscheinend prima bekämpfen lässt. Diesen Vorgang nennt man „Projektion“ und er ist ein genialer Schachzug unseres Ego! Denn anfangs ist es fast unmöglich, die eigene Projektion zu erkennen. Stattdessen gibt es da im „Außen“ etwas, was uns stört und was wir bekämpfen möchten. Die „Falle“ besteht darin, dass es dieses „Außen“ gar nicht gibt, denn im Grunde bekämpfen wir den Anteil in uns selbst, den wir nicht sehen wollen bzw. können.

Projektion
Foto: pixabay (lizenzfreie kommerzielle Nutzung)

 

Hier ein paar typische Beispiele aus meiner Praxis in der Paarberatung:

Der Vorwurf: „Mein Partner/meine Partnerin kontrolliert alles!“

Frage zur Selbstreflexion: Wo gibt es Bereich in meinem Leben, die ich selbst kontrolliere (inklusive meiner eigenen Gefühle?)

Der Vorwurf: „Mein Partner/meine Partnerin ist unehrlich oder gar untreu mir gegenüber“!

Frage zur Selbstreflexion: Bin ich wirklich ehrlich zu mir selbst? Wo belüge oder betrüge ich mich selbst in meinem Leben?

Wer starke Ängste im Leben hat, wird auch immer wieder Partner mit starken Ängsten anziehen – oder vielleicht auch gar keinen Partner.  Wer sich selbst ohnmächtig fühlt, wird immer wieder in die „Opferrolle“ geraten – zumindest solange, bis die blockierenden Denk- und Glaubensmuster aufgelöst wurden.

An dieser Stelle wird schon klar, dass das mit der Resonanz keine so ganz einfache Sache ist, denn dieses Prinzip anzuerkennen bedeutet, in die Selbstverantwortung zu gehen und nichts und niemanden mehr im „Außen“ für die eigenen Gefühle verantwortlich zu machen. Das ist wirklich eine große Aufgabe, aber wer diesen wichtigen Schalter einmal „umgelegt“ hat, kommt gar nicht mehr in die alte Denkweise zurück. Statt Opfer zu sein sind wir auf einmal in unserer eigenen Macht – wir sind zum Schöpfer unseres Lebens geworden.

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Über das „Gesetz der Resonanz“ wurde bereits in vielen Büchern und Filmen („The Secret“, „Das Gesetz der Resonanz“, „Wünsche an das Universum“, „Das Geheimnis des Herzmagneten“ etc.) berichtet. Hier geht es häufig darum, wie man das Gesetz der Resonanz nutzen soll, um Dinge, die man haben möchte, durch „Manifestation“ in sein Leben zu holen. Zugegeben: Den Film „The secret“ mochte ich nie. Die Vorgehensweise erschien mir zu reißerisch, zu simpel, zu amerikanisch: Du musst dir nur  wünschen, was du möchtest, und alles kann wahr werden.  So simpel ist es leider nicht. Zumindest nicht, bis man begriffen hat, wo der Denkfehler liegt. Dann ist es auf einmal wieder ziemlich simpel.

Das Gesetz der Resonanz funktioniert tatsächlich, dennoch ist es keine Wunscherfüllungsmaschine. Denn es steht natürlich mit den anderen universellen Gesetzen in Zusammenhang, allen voran dem Prinzip des Geistigen und dem Prinzip der Polarität.

Was insbesondere erfolgreiche kommerzielle Angebote manchmal ausblenden, ist die simple Tatsache, dass die Frequenz, auf der wir unterwegs sind, nicht mit unseren bewussten Gedanken, sondern in erster Linie mit den unbewussten Gedanken interagiert. Um das Prinzip der Resonanz für sich arbeiten zu lassen, ist es daher unbedingt erforderlich, sich mit den eigenen unbewussten Gedanken und Glaubensmustern auseinanderzusetzen.

Wer innerlich die (unbewusste) Überzeugung in sich trägt, dass er es nicht wert ist geliebt zu werden – und sich somit selbst nicht liebt –  wird keinen ihn liebenden Partner finden. Auch nicht, wenn er hundert Briefe ans Universum schreibt oder sich seinen Traumpartner bis ins Detail manifestiert. Wer tief in seinem Inneren einen Glaubenssatz in sich trägt, dass Geld etwas Schlechtes ist, wird mit seinen Finanzen immer Probleme haben – egal, wie oft der Lottogewinn herbeigewünscht wird.

Das Universum ist zum Glück kein Bestellkatalog, der die vielen Bestellungen unserer Egos aufnimmt, damit wir endlich! und auf so einfache Weise (von außen) glücklich gemacht werden. Der Weg geht immer zuerst nach innen.

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Es gibt noch ein weiteres Missverständnis, welches häufiger auftaucht: Die Anwendung des Resonanzprinzips bedeutet keineswegs, an Ereignissen im Leben, wie z.B. schweren Krankheiten, die „Schuld“ zu haben. Hier verbindet sich nämlich das Prinzip der Resonanz mit dem Prinzip der Polarität: Es gibt nie nur Gesundheit, es gibt immer auch Krankheit, das eine bedingt das andere. Erst die Annahme der Polarität „Krankheit“ erlaubt es, eine Sichtweise zuzulassen, die uns Menschen aus der Ohnmacht in die Selbstverantwortung bringt. Krankheit gehört zum Leben wie die Dunkelheit zum Licht, oder der Tod zum Leben. Das heißt, unser Organismus wird immer wieder auch einmal krank sein. Aber wir haben die Wahl: Wir können gegen die Krankheit ankämpfen, sie „weghaben“ wollen, uns in die Ohnmacht begeben und unsere Verantwortung ausschließlich an Dritte, also an das „Außen“ (Ärzte, Kliniken, Therapeuten etc…) abgeben. Das ist zwar häufig medizinisch notwendig und hilfreich, reicht aber alleine nicht aus. Oder wir können beginnen, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Dann haben wir die Chance, zu erfahren, warum diese Krankheit (oder die eines uns nahestehenden Menschen oder gar eines Kindes) in unser Leben gekommen ist. Erst dadurch wird Annahme oder gar Heilung von innen heraus möglich.  

Die hermetischen Gesetze: Sieben geniale Wegweiser zu Gelassenheit und innerer Zufriedenheit

Warum passiert das hier ausgerechnet in meinem Leben? Was ist der Sinn des Ganzen? Gibt es überhaupt einen? Was kann ich daraus lernen? Wie kann ich angesichts aller „Dramen“ um mich herum trotzdem gelassen und zuversichtlich bleiben?

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Bestimmt hat ein jeder von uns sich die eine oder andere Frage schon einmal selbst gestellt. Bisher waren diese vielleicht nicht so dringend, weil das Leben irgendwie auch so „funktionierte“. Doch das scheint sich gerade grundlegend zu ändern. Sehr viele Menschen spüren, dass unsere alten, bewährten und erprobten „Erklärungsmuster“ nicht mehr funktionieren. Dass wir den Job, den wir immer gemacht haben, auf einmal nicht mehr weitermachen möchten. Dass wir Beziehungen, in denen wir nicht wir selbst sein können, nicht mehr leben wollen. Dass wir keine Lust mehr auf die ewig gleichen „Dramen“ haben, die das Theater unseres Lebens uns mit schönster Regelmäßigkeit immer wieder vorspielt. Dass unser Körper uns immer deutlichere Signale sendet, weil wir nicht unsere innere Wahrheit leben.  Gleichzeitig spüren wir aber auch, dass alte Sicherheiten und Komfortzonen wegbrechen und dass der Druck, sich zu verändern, gewaltig zunimmt.

Es braucht also etwas Neues. Die gute Nachricht: Die ganzen „gefühlten“ Dramen um uns herum haben wirklich einen Sinn. Es hilft auch nicht weiter, sie „weghaben“ zu wollen, um dann wie bisher in den alten Komfortzonen weiterleben zu können. Stattdessen wird es in Zukunft immer mehr darum gehen, das Leben unter einen sehr viel größeren Sinnzusammenhang zu stellen. Die Perspektive zu wechseln. Uns selbst als Schöpfer unseres Lebens zu sehen. Alte Glaubensmuster und Blockaden aufzulösen. Die eigenen Talente zu leben. Der leisen Stimme in uns, der Intuition, unserem inneren Kompass, zu vertrauen, auch wenn der Verstand Zeter und Mordio schreit. Immer weiterwachsen zu wollen, und jede Krise, jedes Scheitern, jeden Misserfolg als wichtige Geburtshilfe dankbar anzunehmen. Keine Angst davor zu haben, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben, auch wenn die vermeintlichen „Sicherheiten“ auf einmal alle wegfallen.

Denn Glück und Sinnhaftigkeit sind keine Dinge, die irgendwo da „draußen“, im Außen, zu finden sind. Sie sind nichts anderes als das Ergebnis unserer inneren Einstellung.

Ein sehr mächtiges Instrument, welches uns den Weg aufzeigen kann, unser Leben wirklich zu verstehen, basiert auf einer Weisheit, die vor vielen tausend Jahren in Ägypten ihren Ursprung hatte: der hermetischen Philosophie.

Der sagenumwobene Hermes Trismegistos gilt als einer der Urväter der Philosophie und ist gleichzeitig eine der rätselhaftesten Figuren der Menschheitsgeschichte. Es ist bis heute nicht beweisen, ob er tatsächlich gelebt hat oder ob die nach ihm benannten „hermetischen Gesetze“ aus verschiedenen Quellen zusammengefügt wurden. Über Hermes Trismegistos wird behauptet, dass er die kosmischen Gesetze kannte und wusste, was die Welt und das Universum in ihrem Kern zusammenhält. Denn alles Lebendige folgt bestimmten Gesetzen; nichts existiert und geschieht zufällig. Wer diese Gesetze – es sind sieben – kennt, kann letztendlich verstehen, warum etwas geschieht – und lernen, darauf zu vertrauen, dass immer das Richtige geschieht.

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Ich möchte die sieben hermetischen Gesetze in diesem Blog nach und nach vorstellen und mit Beispielen aus meiner beruflichen Praxis zeigen, wie wir diese verstehen und in unser Leben integrieren können. Sie sind hilfreiche Wegweiser auf dem Weg zu innerer Zufriedenheit und Gelassenheit.  

Beginnen möchte ich mit dem ersten Prinzip – dem Prinzip des Geistigen.

I. Prinzip:

Alles ist Geist. Alles Vorhandene hat einen geistigen Ursprung. Alles, was wir denken, ist Wirklichkeit und schafft Wirklichkeit.

Im Grunde wissen wir das – dank der Quantenphysik – mittlerweile alle. In der Theorie zumindest. Diese Erkenntnis aber wirklich anzuwenden und als wichtiges Lebensprinzip zu verstehen, ist eine ganz andere Sache.

In meinen Seminaren mit Führungskräften führe ich daher gerne folgendes Experiment durch:

Ein Freiwilliger verlässt den Raum ohne zu wissen, was gleich passieren wird. Die im Raum verbleibende Gruppe erhält von mir zwei Instruktionen: Im ersten Durchgang bitte ich alle, eine Minute lang nur Negatives über den Teilnehmer außerhalb des Raumes zu denken. Dabei wird kein Wort gesprochen; die Tür bleibt verschlossen. Wenn ich den Freiwilligen dann hereinbitte und von einem weiteren Teilnehmer einen Muskeltest durchführen lasse (den ausgestreckten Arm herunterdrücken, was der Freiwillige nicht zulassen soll), dann gelingt das sehr leicht, d.h. der Teilnehmer ist deutlich geschwächt. Beim zweiten Durchlauf ist alles anders: Im Raum konzentrieren sich alle darauf, nur das Allerbeste über den Kollegen vor der Tür zu denken.  Anschließend gelingt es in der Regel nicht, dessen Arm nach unten zu drücken – denn dieser hat plötzlich ohne sein eigenes Zutun sehr viel „Power“ und Selbstbewusstsein bekommen –  nur durch die Macht der Gedanken.

Was können wir (nicht nur Führungskräfte) aus diesem Experiment lernen? Es hat einen direkten Einfluss, was wir über andere Menschen denken. Wer als Chef nur das Beste von seinen Mitarbeitern denkt, stärkt sie und bewirkt damit Motivation und Engagement. Wer schlecht über andere denkt, schwächt sie – und letztendlich auch sich selbst, denn alle Teilnehmer berichten mir immer wieder, dass die Minute „Negativdenken“ sehr anstrengend ist und teilweise sogar Kopfschmerzen verursacht.

Der Gedanke – also das „Geistige“ – wird also zur Wirklichkeit. Wir sollten daher immer gut aufpassen, was wir denken. Mit unseren Gedanken schaffen wir unsere Welt. Denn was anderen gegenüber so offensichtlich wirkt – die Macht unserer Gedanken –  wirkt auch bei uns selbst. Leider nutzen wir dieses Prinzip nicht immer zu unserem Vorteil!

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Unbewusste Gedanken – die Wirkung von Glaubenssätzen

Ich bin nur dann „richtig“, wenn ich alles perfekt erledige!

Ich kann einfach nicht „Nein“ sagen, wenn andere mich um etwas bitten.

Ich bin nur dann ein wertvoller Mensch, wenn ich „funktioniere“!

Wenn man Kinder hat, kann man als Frau eben nicht alles machen, was man möchte.

Um es zu etwas zu bringen, muss man viel arbeiten.

Das Leben ist nicht leicht.

Wer kennt sie nicht, diese typischen Glaubenssätze? Wir alle haben diese „Programme“ in uns – manche sind uns bewusst, andere laufen komplett unbewusst ab. Meist ziehen sich diese Denkmuster wie ein roter Faden durch unser ganzes Leben hindurch.

Glaubenssätze entstehen meist in der frühen Kindheit, als wir noch voll und ganz von unseren Bezugspersonen (meist den Eltern) abhängig waren und deren Werte und Denkmuster verinnerlicht haben – letztendlich, um das zu bekommen, was alle Kinder brauchen: Liebe, Anerkennung, Geborgenheit, Wertschätzung. Als Kinder sind wir unglaublich geschickt darin, uns dem Wertesystem unserer Familie anzupassen, um unser materielles und emotionales Wohlergehen bestmöglich zu sichern.

Manche Glaubenssätze entstehen auch erst später im Leben (z.B. durch den Freundeskreis). In der Regel haben aber diejenigen Muster, die uns schon sehr früh geprägt haben, den nachhaltigsten Einfluss auf unser Leben. Irgendwann sind wir „erwachsen“, haben ein eigenes Leben, vielleicht eine eigene Familie, und dennoch: die alten Glaubensmuster sind unsere treuesten Begleiter im Leben. Oft merken wir das erst, wenn unser Körper deutliche Signale sendet, wenn wir krank werden oder wenn wir regelrecht „an die Wand fahren“,  z.B. durch einen Burnout oder einen Herzinfarkt.

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Was vielen Menschen gar nicht so bewusst ist: Viele unserer  Beschwerden, Ängste und Symptome sind auf unser inneres Glaubenssystem zurückzuführen, welches wie ein „geistiges“ Gift wirkt.  Auch hier gilt: Alles Vorhandene hat einen geistigen Ursprung. Was wir denken, schafft unsere Realität. 

Wenn ich mit Klienten in meiner Heilpraktikerpraxis arbeite, erlebe ich diese Wechelwirkung immer wieder in den unterschiedlichsten Varianten:

Taube Finger, die immer wieder „einschlafen“, weil die eigene Kreativität nicht gelebt wird

Glaubenssatz: „Als Frau mit Kindern kann man nicht das machen, was man wirklich möchte“.

Unerklärliche Schmerzen in der Hüfte, weil der Berufswunsch der Jugend (Tänzerin) zugunsten einer vernünftigen Variante aufgegeben wurde

Glaubenssatz: „Ich muss funktionieren“. (Tänzerin ist kein Beruf. Mach was Vernünftiges).

Immer wieder Probleme mit den Füßen, weil dem Wunsch, aus einer unglücklichen Ehe einfach „wegzulaufen“, nie stattgegeben wurde

Glaubenssatz: „Das tut man nicht. Was sollen denn die Leute denken?“

Eine panische Angst vor Spinnen, weil man in frühester Kindheit eine Gruselgeschichte über Spinnen gehört hat  

Glaubenssatz: „Spinnen sind sehr böse Tiere.“

Immer wieder Geldprobleme im Leben

Glaubenssatz: „Was ich auch anpacke, geht schief“ (Aus dir wird nie was)

 Massive Prüfungsängste

Glaubenssatz: „Ich bin nicht richtig, wie ich bin. Daher halte ich lieber den Mund, bevor ich was Verkehrtes sage.“

Von diesen „geistigen Programmen“, die letztendlich zur Wirklichkeit werden und damit unser Leben blockieren, gibt es unzählige Varianten. Doch wir müssen ihnen nicht augeliefert sein.

Es gibt wirkungsvolle Methoden, um diese Glaubenssätze ins Bewusstsein zu holen und auf sanfte Art aufzulösen – sie lassen sich tatsächlich in den allermeisten Fällen löschen wie Programme auf einer Festplatte. Eine dieser Methoden, die einen Zugang zum Energiesystem des Körpers ermöglicht, ist die EFT-Klopfakupressur (Emotional freedom techniques).

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Sind die „dicksten“ Blockaden erst einmal beseitigt, wirkt das erste hermetische Gesetz nämlich auch umgekehrt: Durch unsere Gedanken können wir unser Leben und somit unsere Wirklichkeit ganz bewusst positiv gestalten.  Alte, hinderliche Denkweisen können durch neue Gedanken ersetzt werden. Wir können unser Glück tatsächlich selbst erschaffen.

Ein „Außen“  gibt es streng genommen gar nicht. Denn jedes „Außen“, jede äußere Wahrnehmung, ist immer nur der Spiegel unserer inneren Realität.

Wer das erkannt hat, hat seine eigene Macht erkannt.

 Der nächste Beitrag beschäftigt sich mit dem Prinzip der Resonanz und was dieses für unser Leben bedeutet.

Eine Zugfahrt, genau wie das Leben…

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Letzte Woche bin ich von Bad Kreuznach nach Berchtesgaden gefahren. Runde 600 km von  Rheinland Pfalz bis hinunter in den südöstlichsten Zipfel Bayerns. Die Bahn sollte mich bis Bernau an den Chiemsee bringen. Dort hatte ich mein Auto geparkt, mit dem ich die letzten 70 km bis nach Berchtesgaden zurücklegen würde. Doch kurz vor dem Umsteigen in Mainz kam die Durchsage, dass mein gebuchter EC, der mich bis zum Chiemsee hätte bringen sollen, komplett ausfällt. Es gab keine weiteren Erläuterungen oder Hilfestellungen außer dem Hinweis, dass Reisende sich doch ans Reisezentrum der Bahn wenden sollten. Da stand ich dann mit meinem Gepäck und fluchte innerlich vor mich hin. So gut hatte ich alles durchgeplant, um 17:00 Uhr wollte ich zuhause sein und den Nachmittag bei einer Tasse Kaffee mit Blick auf die Berge gemütlich ausklingen lassen. Und jetzt das!

„Heute wird es wohl spät werden“, dachte ich frustriert. Doch als ich auf den Bahnsteig trat, fuhr wie durch ein Wunder zeitgleich auf dem Bahnsteig gegenüber ein ICE ein. Ziel München! Auch wenn die Route eine ganz andere war, würde mich dieser Zug zumindest bis München bringen, von dort würde ich dann schon weiterkommen. Ich stieg ein. Genügend freie Plätze gab es auch. Soweit war alles in bester Ordnung.

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Über meine Bahn App habe ich dann herausgefunden, dass für meinen ausgefallenen EC ein Ersatzzug bereitgestellt wurde. Sollte mein ICE pünktlich sein, könnte ich diesen in München noch erreichen und wäre wie geplant um 17:00 Uhr zuhause. Was für eine angenehme Vorstellung! Doch es kam anders. Mein ICE bummelte herum und verlor immer mehr Zeit, sodass es fraglich schien, dass ich den Anschluss in München bekommen würde. Und so habe ich wieder die Bahn App befragt. Und siehe da – der Ersatzzug war erheblich verspätet und würde erst 30 Minuten später in München eintreffen. Somit würde ich diesen zwar problemlos erreichen, jedoch nicht den Regionalzug in Prien am Chiemsee, der mich nur eine Station weiter nach Bernau zu meinem Auto bringen würde. Und ich wollte doch so gerne um 17:00 Uhr zuhause ein! Also habe ich wieder und wieder auf meinem Smartphone herumgetippt. Und fand heraus, dass ich auch ab München mit der S-Bahn zum Ostbahnhof fahren und von dort direkt in meinen Regionalzug nach Bernau einsteigen könne. Inzwischen war ich fast in Ingolstadt angekommen und die BahnApp informierte mich, dass die Verspätung des Ersatzzuges nunmehr nur noch 15 Minuten betrug. Ich würde also auch  meinen Anschluss in Prien bekommen. In München angekommen, stellte ich fest, dass da nicht der angekündigte Zug stand, sondern ein weiterer Ersatzzug, der tatsächlich mit nur 15-minütiger Verspätung losfuhr, allerdings auf einer völlig unvertrauten Route – im Schneckentempo ruckelte dieser einen großen Umweg über die S-Bahn-Gleise, statt wie sonst zügig über den Ostbahnhof. „What a mess“ stellte eine italienische Touristin resigniert fest. Und schon wieder schlichen sich leise Zweifel bei mir ein, ob ich denn noch „auf Kurs“ war.

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Doch letztendlich erreichte ich meinen Regionalzug in Prien und mein Auto in Bernau absolut pünktlich, und zwar genau zu der gleichen Zeit, die auf meinem Bahnticket ausgedruckt war. Ich war sogar noch 10 Minuten früher als geplant zuhause. Ich hatte mein Wunschziel – um 17:00 Uhr gemütlich in meiner Küche Kaffee trinken – erreicht. Aber wie hatte ich es erreicht?

Mein Ziel war doch klar formuliert gewesen. Ich hätte problemlos darauf vertrauen können. Der richtige Zug, der mich zur rechten Zeit weiterbringen würde, war immer da. Ich bin angekommen, auch wenn ich ganz andere Strecken gefahren bin als geplant. Ich hätte viel entspannter sein können, wenn ich mich nicht ängstlich ständig vergewissert hätte, ob ich denn jetzt meinen Anschluss bekomme oder ob ich nicht gerade eine bessere Option verpasse. Wohlgemerkt: Ich hätte.

Warum ich diese – an für sich belanglose – Geschichte erzähle?

Weil mir klargeworden ist, was diese Episode mir sagen will. Diese Zugfahrt ist für mich eine wunderbare Metapher für das Leben.

Es geht darum, dass wir unser (Lebens)ziel klar formulieren. Und zwar vor allem die emotionalen Aspekte. Was ist mir wirklich wichtig, wie möchte ich leben, was will ich tun, wie soll sich das anfühlen?

Wenn wir dieses Ziel formuliert haben, sollten wir einfach nur vertrauen und uns vom Leben tragen lassen! Einfach so. Ohne ständiges Hinterfragen oder sich sorgen, so wie ich das gemacht habe. Letztendlich hat mir das alles keinen einzigen Vorteil und schon gar keine Sicherheit gebracht. Es hätte vollkommen ausgereicht, mich intuitiv in den nächsten Zug setzen, den mir das Leben direkt vor die Nase geschoben hat.  Das Fernziel vor Augen, hätte ich entspannt und staunend die Fahrt genießen sollen, auch wenn meine Route ganz anders verlief als geplant.

Kennt ihr das Gefühl, dass das Leben gerade kein bisschen planbar ist? Dass alles irgendwie ziemlich aus dem Ruder zu laufen scheint – ganz egal, ob es das eigene Leben ist, oder das Geschehen in der Welt „da draußen.“ Nichts ist wirklich vorhersehbar. Wo stehen wir, wo steht die Welt in einem Monat, in einem Jahr? Das Ausmaß der Sorgen und Ängste scheint sich gerade umgekehrt proportional zu unseren gewohnten Gewissheiten und Sicherheiten zu verhalten. Je mehr wir versuchen, zu planen, um zumindest ein kleines bisschen Kontrolle und Sicherheit wiederzubekommen, umso stressiger und ungewisser wird es. Je mehr wir uns zurücklehnen und vertrauen können, umso entspannter kommen wir an.

Zugegeben: Das Leben wiegt natürlich schwerer als eine Zugfahrt von Rheinland-Pfalz nach Bayern. Auf unseren Lebensgleisen passieren wir ganz andere Bahnhöfe: Zweifel, Kummer, Sorgen, Krankheit, Stress, schwere Entscheidungen, Existenzängste.  Dennoch letztendlich geht es immer um dasselbe. Setzen wir uns entspannt in den Zug? Vertrauen wir dem Leben und dem gewählten Pfad, auch wenn  gerade nichts planbar scheint und wir – scheinbar – manchmal eine ganz andere Route nehmen müssen? Oder lassen wir uns von unseren Ängsten, Zweifeln und Sorgen immer wieder aus dem Gleichgewicht bringen?

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Ich bin mittlerweile fest überzeugt davon, dass das Leben dafür sorgt, dass wir ankommen – sofern wir unser Ziel bestimmt haben. Wie wir ankommen, ist allein unsere Wahl.

Ich zumindest bin sehr dankbar für diese Erfahrung. Und ich wünsche euch allen ganz viel Gelassenheit auf eurer Reise zu eurem Ziel, wo immer dieses euch auch hinführen mag.

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Lebst du schon? Warum es so wichtig ist, JETZT deine Lebensaufgabe zu leben

Wir leben in dramatischen Zeiten, so scheint es. Nichts mehr scheint irgendwie vorhersehbar zu sein.  Bisherige Selbstverständlichkeiten sind plötzlich keineswegs mehr selbstverständlich. Bisher Gültiges verliert seine Gültigkeit. Das Alte, das Bekannte, das Vertraute geht, und wir müssen es ziehen lassen, müssen es loslassen, während das Neue noch nicht da ist.

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Wie wird unsere Welt, wie wird unser Leben in einem Jahr aussehen, in fünf Jahren, in zehn Jahren? Darauf gibt es keine Antworten. Das macht Angst, obwohl wir eigentlich vertrauen sollten. UNS SELBST VERTRAUEN. Nur dort finden wir wirkliches Vertrauen. Doch viele Menschen suchen noch immer ihren Halt und ihr Heil irgendwo da „draußen“ – zum Beispiel bei der Politik, die es mal wieder richten soll und nicht kann. Darin lässt sich enorm viel Energie investieren. „Gebt uns Vertrauen! Gebt uns endlich Sicherheit!  Gebt uns unsere alte Komfortzone zurück!“ Und so klingen die Rufe immer lauter, und dafür wird angeklagt, denunziert, demonstriert und  idealisiert – die Straßen, die Stammtische, die sozialen Netzwerke sind voll davon. Voll von den Ängsten und dem Hass all jener Menschen, die ihre inneren Kriege ins Außen projizieren – die im Außen Heilung suchen für all das, was doch nur im Inneren geheilt werden kann.

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Daher ist es auch kein Zufall, dass gerade jetzt das „Außen“ extremer wird – Terrorismus, Intoleranz, Rassismus, aber auch Politiker, männlich, von Ego und Macht besessen, trumpfen gerade in einer  weltweiten Demonstration vermeintlicher Stärke auf. Auch davor müssen wir keine Angst haben. Es ist das letzte Aufbäumen eines Verhaltensmusters der Schwäche, welches in Zukunft kein Mensch auf diesem Planeten mehr brauchen wird. Geben wir ihm daher nicht unsere kostbare Energie, denn die brauchen wir für uns selbst, und für die gute Nachricht: Ja, die Welt wird weiblicher, menschlicher, solidarischer, kooperativer, liebevoller werden. Vermutlich braucht es dieses letzte Aufbäumen testosterongesteuerter Ego-Dominanz, bevor dieser endgültig die Luft ausgeht.

Skeptiker könnten einwenden, dass das nicht grundsätzlich neu ist. Historisch betrachtet gab es schon wesentlich dunklere Zeiten, und die Weltgeschichte kannte immer schon Phasen der Unsicherheit und Phasen der Stabilität – beides bedingte einander. Eine Tatsache, die wir alle auch aus unserem eigenen Leben kennen. Dennoch gibt es einen Unterschied, der mir Hoffnung macht.

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Was wirklich grundlegend neu ist, ist die wachsende Anzahl an Menschen, die die alten Spiele aus Macht und Ohnmacht nicht mehr mitspielen. Die erkannt haben, dass es kein „Außen“ gibt, sondern dass die Verantwortung für alles, was in unserem Leben geschieht, bei uns selbst liegt. Und wer einmal damit angefangen hat, sich selbst und niemanden sonst als Schöpfer des eigenen Lebens zu begreifen, kehrt nicht mehr in die alte Denkweise zurück. Nie mehr. Sondern lebt als Vorbild für andere. Genau das passiert gerade überall auf der Welt.

Die Anzahl der Menschen, die die wesentlichste Erkenntnis des Lebens erkannt haben, wächst langsam, aber kontinuierlich an.  Irgendwann wird eine kritische Masse erreicht sein wird. Und dann passiert etwas Neues: Heilung geschieht. Einfach so. Denn die Heilung für uns selbst und unseren Planeten, das sind wir selbst.

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Wir alle sind die Zukunft, wir sind das Neue in der Welt. Jeder Mensch ist mit ganz viel Einzigartigkeit, ganz viel Talent, ganz viel Potenzial ausgestattet, und wir alle haben eine wunderbare Aufgabe: genau dieses Potenzial einzusetzen. Auch gegen unseren rationalen Verstand, der uns zuweilen einflüstert, dass das alles nicht funktionieren wird, dass wir scheitern können, dass wir finanzielle Sicherheit brauchen, dass wir doch nicht so einfach nur unser „Ding“ machen können. DOCH. WIR KÖNNEN. WIR MÜSSEN ES SOGAR.

Die Welt braucht dich und deine Talente. Die Antwort ist nicht da draußen zu suchen. Die Antwort ist in dir. Steh auf. Lauf los. Lass alles los, was dir nicht mehr dient. Die Zeit der faulen Kompromisse ist  vorbei. Denn was gestern irgendwie funktioniert hat, wird morgen immer weniger funktionieren.