Die hermetischen Gesetze: Das Prinzip der Resonanz

Das zweite hermetische Prinzip ist vermutlich das bekannteste, denn darüber wurde bereits sehr viel geschrieben. Da es jedoch für unser Leben so eine fundamentale Bedeutung hat und dennoch so häufig missverstanden wird, möchte ich es hier noch einmal ausführlich darstellen.

II. Das Prinzip der Analogie, der Entsprechung oder Resonanz – Wie oben, so unten. Wie innen, so außen. 

Das Prinzip der Resonanz greift den Grundgedanken des ersten Prinzips, dem Prinzip des Geistigen, auf und entwickelt diesen weiter: Gedanken sind Energie, sie erzeugen Schwingungen, eine Frequenz. Auf dieser Frequenz „kommunizieren“ wir unbewusst und ziehen damit Menschen und Ereignisse mit gleicher Schwingung in unser Leben. Somit bekommen wir im Leben immer das „präsentiert“, was sich gerade auf unserer Frequenz befindet. Man könnte auch sagen: Gleiches zieht Gleiches an.

Magnet
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Ein ausgeglichener, zufriedener Chef, der seine Aufgabe liebt und seine Mitarbeiter schätzt, wird sich Zeit für diese nehmen, ihre Stärken und Fähigkeiten herausfinden und auftauchende Probleme gleich von Anfang an besprechen. In der Konsequenz wird auch er von seinen Mitarbeitern geschätzt werden. Es ist anzunehmen, dass sie motiviert sind und gerne für ihn arbeiten, auch wenn vielleicht einmal Mehrarbeit ansteht.

Dagegen wird ein Chef, der permanent unter Druck steht und gereizt, nervös und ungeduldig agiert, seine innere Einstellung früher oder später im eigenen Umfeld wiederfinden. Wer wenig Zeit und Interesse für die Mitarbeiter aufbringt, wird deren wesentliche Bedürfnisse und Wünsche, aber auch latent vorhandene Konflikte kaum bemerken. Als Folgen werden früher oder später Konflikte, höhere Fehlzeiten bis hin zu Fluktuation sowie eine schlechte Stimmung im Team auftreten.

Vor allem Partnerschaften sind hervorragende Beispiele dafür, wie gut das Gesetz der Resonanz funktioniert, denn unser Partner zeigt uns stets auch unsere eigenen unbewussten und häufig verdrängten Egoanteile auf. Da wir den eigenen „Schwingungsanteil“ in uns jedoch nicht sehen, projizieren wir diesen allzu gerne auf den Partner, wo er gut sichtbar ist und sich im Außen doch anscheinend prima bekämpfen lässt. Diesen Vorgang nennt man „Projektion“ und er ist ein genialer Schachzug unseres Ego! Denn anfangs ist es fast unmöglich, die eigene Projektion zu erkennen. Stattdessen gibt es da im „Außen“ etwas, was uns stört und was wir bekämpfen möchten. Die „Falle“ besteht darin, dass es dieses „Außen“ gar nicht gibt, denn im Grunde bekämpfen wir den Anteil in uns selbst, den wir nicht sehen wollen bzw. können.

Projektion
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Hier ein paar typische Beispiele aus meiner Praxis in der Paarberatung:

Der Vorwurf: „Mein Partner/meine Partnerin kontrolliert alles!“

Frage zur Selbstreflexion: Wo gibt es Bereich in meinem Leben, die ich selbst kontrolliere (inklusive meiner eigenen Gefühle?)

Der Vorwurf: „Mein Partner/meine Partnerin ist unehrlich oder gar untreu mir gegenüber“!

Frage zur Selbstreflexion: Bin ich wirklich ehrlich zu mir selbst? Wo belüge oder betrüge ich mich selbst in meinem Leben?

Wer starke Ängste im Leben hat, wird auch immer wieder Partner mit starken Ängsten anziehen – oder vielleicht auch gar keinen Partner.  Wer sich selbst ohnmächtig fühlt, wird immer wieder in die „Opferrolle“ geraten – zumindest solange, bis die blockierenden Denk- und Glaubensmuster aufgelöst wurden.

An dieser Stelle wird schon klar, dass das mit der Resonanz keine so ganz einfache Sache ist, denn dieses Prinzip anzuerkennen bedeutet, in die Selbstverantwortung zu gehen und nichts und niemanden mehr im „Außen“ für die eigenen Gefühle verantwortlich zu machen. Das ist wirklich eine große Aufgabe, aber wer diesen wichtigen Schalter einmal „umgelegt“ hat, kommt gar nicht mehr in die alte Denkweise zurück. Statt Opfer zu sein sind wir auf einmal in unserer eigenen Macht – wir sind zum Schöpfer unseres Lebens geworden.

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Über das „Gesetz der Resonanz“ wurde bereits in vielen Büchern und Filmen („The Secret“, „Das Gesetz der Resonanz“, „Wünsche an das Universum“, „Das Geheimnis des Herzmagneten“ etc.) berichtet. Hier geht es häufig darum, wie man das Gesetz der Resonanz nutzen soll, um Dinge, die man haben möchte, durch „Manifestation“ in sein Leben zu holen. Zugegeben: Den Film „The secret“ mochte ich nie. Die Vorgehensweise erschien mir zu reißerisch, zu simpel, zu amerikanisch: Du musst dir nur  wünschen, was du möchtest, und alles kann wahr werden.  So simpel ist es leider nicht. Zumindest nicht, bis man begriffen hat, wo der Denkfehler liegt. Dann ist es auf einmal wieder ziemlich simpel.

Das Gesetz der Resonanz funktioniert tatsächlich, dennoch ist es keine Wunscherfüllungsmaschine. Denn es steht natürlich mit den anderen universellen Gesetzen in Zusammenhang, allen voran dem Prinzip des Geistigen und dem Prinzip der Polarität.

Was insbesondere erfolgreiche kommerzielle Angebote manchmal ausblenden, ist die simple Tatsache, dass die Frequenz, auf der wir unterwegs sind, nicht mit unseren bewussten Gedanken, sondern in erster Linie mit den unbewussten Gedanken interagiert. Um das Prinzip der Resonanz für sich arbeiten zu lassen, ist es daher unbedingt erforderlich, sich mit den eigenen unbewussten Gedanken und Glaubensmustern auseinanderzusetzen.

Wer innerlich die (unbewusste) Überzeugung in sich trägt, dass er es nicht wert ist geliebt zu werden – und sich somit selbst nicht liebt –  wird keinen ihn liebenden Partner finden. Auch nicht, wenn er hundert Briefe ans Universum schreibt oder sich seinen Traumpartner bis ins Detail manifestiert. Wer tief in seinem Inneren einen Glaubenssatz in sich trägt, dass Geld etwas Schlechtes ist, wird mit seinen Finanzen immer Probleme haben – egal, wie oft der Lottogewinn herbeigewünscht wird.

Das Universum ist zum Glück kein Bestellkatalog, der die vielen Bestellungen unserer Egos aufnimmt, damit wir endlich! und auf so einfache Weise (von außen) glücklich gemacht werden. Der Weg geht immer zuerst nach innen.

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Es gibt noch ein weiteres Missverständnis, welches häufiger auftaucht: Die Anwendung des Resonanzprinzips bedeutet keineswegs, an Ereignissen im Leben, wie z.B. schweren Krankheiten, die „Schuld“ zu haben. Hier verbindet sich nämlich das Prinzip der Resonanz mit dem Prinzip der Polarität: Es gibt nie nur Gesundheit, es gibt immer auch Krankheit, das eine bedingt das andere. Erst die Annahme der Polarität „Krankheit“ erlaubt es, eine Sichtweise zuzulassen, die uns Menschen aus der Ohnmacht in die Selbstverantwortung bringt. Krankheit gehört zum Leben wie die Dunkelheit zum Licht, oder der Tod zum Leben. Das heißt, unser Organismus wird immer wieder auch einmal krank sein. Aber wir haben die Wahl: Wir können gegen die Krankheit ankämpfen, sie „weghaben“ wollen, uns in die Ohnmacht begeben und unsere Verantwortung ausschließlich an Dritte, also an das „Außen“ (Ärzte, Kliniken, Therapeuten etc…) abgeben. Das ist zwar häufig medizinisch notwendig und hilfreich, reicht aber alleine nicht aus. Oder wir können beginnen, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Dann haben wir die Chance, zu erfahren, warum diese Krankheit (oder die eines uns nahestehenden Menschen oder gar eines Kindes) in unser Leben gekommen ist. Erst dadurch wird Annahme oder gar Heilung von innen heraus möglich.  

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